Unterbrechungen
Unterbrechungen – Pop-ups, Benachrichtigungen, Warnmeldungen, automatische Aktualisierungen – müssen von Nutzenden aufgeschoben oder unterdrückt werden können, ausgenommen solche, die einen Notfall betreffen.
Was gefordert wird
Nutzende müssen in der Lage sein, nicht notfallbedingte Unterbrechungen aufzuschieben oder zu unterdrücken: Pop-ups von Chat-Widgets, Browser-Push-Aufforderungen, Newsletter-Modals, „Sind Sie noch da?“-Overlays, Benachrichtigungs-Toasts und automatisch aktualisierte Inhalte. Notfallunterbrechungen – Feueralarme auf einem Gebäudemanagementsystem-Dashboard, Sicherheitswarnungen an einem Medizingerät – sind ausgenommen.
Wie das Kriterium erfüllt wird
- Eine globale Einstellung „Nicht stören“ oder „Benachrichtigungen pausieren“ bereitstellen, die nicht kritische Toasts, Chat-Einladungen und Onboarding-Hinweise unterdrückt.
- Browser-Eingabeaufforderungen (Benachrichtigungen, Standortabfragen) nicht beim Laden der Seite automatisch auslösen – sie an eine explizite Nutzeraktion binden.
- Für Pop-ups von Chat-Widgets („Hallo! Kann ich helfen?“) einen zuvor abgelehnten Zustand sitzungsübergreifend speichern und eine globale Opt-out-Möglichkeit anbieten.
- Onboarding-Touren und Feature-Hinweise mit einem einzigen Klick dauerhaft schließbar machen.
- Auf Dashboards mit Live-Aktualisierungen eine Steuerung „Aktualisierungen pausieren“ anbieten.
Häufige Fehler
- Newsletter-Modals, die bei jedem Besuch erneut erscheinen, obwohl die Person sie bereits abgelehnt hat.
- Chat-Widgets, die sich nach 30 Sekunden automatisch öffnen, ohne den Sitzungsstatus zu speichern.
- Push-Benachrichtigungsaufforderungen, die beim Laden der Seite automatisch ausgelöst werden.
- „Wir haben unsere Nutzungsbedingungen aktualisiert“-Modals, die mitten in einer Interaktion erscheinen und nicht verschoben werden können.
- Live-Aktualisierungsbenachrichtigungen, die sich in einer Single-Page-App stapeln, ohne eine Stummschaltungsoption anzubieten.
Warum das wichtig ist
Unterbrechungen unterbrechen den Arbeitsfluss aller Nutzenden, wirken jedoch besonders einschränkend auf Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, ADHS, Autismus oder Angststörungen sowie auf Screenreader-Nutzende, die ihre Leseposition verlieren, sobald eine neue Live-Region etwas ankündigt. Die AAA-Konformität ist in kommerziellen Umgebungen selten, aber das zugrundeliegende Prinzip – Nutzenden zu ermöglichen, nicht dringende Unterbrechungen aufzuschieben – wird zunehmend als UX-Grundlinie übernommen, unabhängig von formalen WCAG-Zielen.