Standards · WCAG 2.2

SC 1.4.7 Stufe AAA WCAG 2.0

Leises oder kein Hintergrundgeräusch

Bei vorab aufgezeichnetem Audio, das überwiegend Sprache enthält, müssen Hintergrundgeräusche mindestens 20 dB leiser sein als die Vordergrundsprache, fehlen oder stummschaltbar sein – damit Personen mit Hörbeeinträchtigung dem Gesprochenen folgen können.

Was verlangt wird

In vorab aufgezeichnetem Audio, bei dem Sprache im Vordergrund steht – einem Podcast, einer Erzählspur, einer Audioführung –, muss Hintergrundmusik oder Raumatmosphäre mindestens 20 dB leiser sein als die Stimme im Vordergrund, oder es dürfen keine Hintergrundgeräusche vorhanden sein, oder der Hintergrund muss unabhängig stummschaltbar sein. Der Abstand von 20 dB ist der tontechnische Richtwert für „Hintergrund leiser als Vordergrund“ – die Sprache sitzt klar darüber.

Wie das Kriterium erfüllt wird

  • Podcast-Eingangsmusik auf mindestens −20 dB relativ zur Stimme unter die Sprache absenken.
  • Raumatmosphäre und Raumton in dialogintensiven Abschnitten nach Möglichkeit entfernen.
  • Für musikintensive Werbebeiträge eine reine Sprachversion ohne Musikbett bereitstellen.
  • Ein Noise-Gate oder einen Sidechain-Kompressor einsetzen, um Musik automatisch abzusenken, sobald Sprache vorhanden ist.

Häufige Fehler

  • Erklärvideos von Unternehmen mit lauter Filmmusik, die während der gesamten Erzählung mit dem Sprecher konkurriert.
  • Podcast-Intros, bei denen die Musik nicht ausblendet, bevor die Moderation beginnt.
  • Nachrichtenclips mit Vor-Ort-Atmosphäre, die mit 0 dB belassen wird, während die Reporterin oder der Reporter spricht.

Warum es wichtig ist

AAA ist selten vorgeschrieben, sollte aber bei jeder Audio-Marke bedacht werden. Menschen mit Hörgeräten verstärken alles gleichmäßig – ein Musikbett, das nur 6 dB unter der Stimme liegt, wird bei Verstärkung unverständlich. Tontechnikerinnen und Tontechniker kennen die 20-dB-Regel; der Fehler passiert meist, wenn Produzentinnen oder Produzenten sie zugunsten einer emotionalen Wirkung übergehen.