Nur-Audio und Nur-Video (Aufgezeichnet)
Aufgezeichnete Nur-Audio-Inhalte benötigen ein Texttranskript. Aufgezeichnete stumme Videos benötigen entweder eine Textbeschreibung oder eine Audiospur, die dieselben Informationen vermittelt — damit Nutzende, die nicht hören oder nicht sehen können, dennoch Zugang zu den Inhalten haben.
Was gefordert wird
Es werden zwei einkanälige Medientypen abgedeckt. Nur-Audio-Dateien (Podcasts, aufgezeichnete Interviews, MP3-Clips) müssen über ein Texttranskript verfügen. Nur-Video-Dateien (stumme Produktdemonstrationen, informative animierte GIFs, Gebärdensprachaufnahmen ohne Ton, erklärende B-Roll-Sequenzen) müssen entweder eine Textalternative oder eine synchronisierte Audiospur haben, die dieselben Informationen vermittelt. Der Grundgedanke: gehörlose Nutzende erhalten Zugang zum Podcast, blinde Nutzende erhalten Zugang zur stummen Demonstration.
So wird die Anforderung erfüllt
- Ein vollständiges Texttranskript direkt unterhalb des Audioplayers veröffentlichen — nicht ausschließlich hinter einem Download-Link.
- Bei stummen Videos eine Textbeschreibung verfassen, die jede Handlung und jeden eingeblendeten Text erfasst, und diese auf derselben Seite bereitstellen.
- Alternativ eine Audio-Kommentarspur zu stummen Videos hinzufügen, die das Geschehen zeitgleich beschreibt.
- Maschinelle Transkription nur als Ausgangspunkt verwenden — die Ausgabe von Whisper, Otter und ähnlichen Werkzeugen muss auf Richtigkeit und Sprecherkennzeichnung hin geprüft und bearbeitet werden.
- Transkript-Überschriften, Sprechernamen und Zeitstempel mit echter HTML-Struktur (
<h2>,<ol>,<time>) auszeichnen — keine bloße Aneinanderreihung von<br>-Tags. - Für eingebettete Social-Media-Audioinhalte (Twitter Spaces, Sprachmemos) das Transkript im umgebenden Seitentext bereitstellen.
Häufige Fehler
- Podcast-Episodenseiten mit ausschließlich Show-Notes — das eigentliche Gespräch wird nie transkribiert.
- Automatisch generiertes YouTube-Transkript mit einer Genauigkeit von etwa 80 %, bei dem Eigennamen entstellt sind und Sprecherwechsel fehlen.
- Stumme Produkt-GIFs ohne jegliche Beschreibung auf der Seite — auf Marketing-Seiten weit verbreitet.
- Transkripte, die hinter „Zum Aufklappen klicken“ verborgen sind und keine programmatische Verknüpfung mit dem Player aufweisen.
- Audio-Interviews, bei denen eine sprechende Person benannt ist, die andere aber durchgehend als „Sprecher 2“ erscheint.
Warum es wichtig ist
Transkripte sind zugleich der kostengünstigste SEO-Gewinn auf jeder medienlastigen Website — Suchmaschinen indexieren sie, sehende Nutzende überfliegen sie, und sie erschließen den Inhalt mit einem einzigen Schritt für gehörlose Nutzende. Das Fehlen von Transkripten ist fast immer ein Workflow-Problem, kein technisches.